Welchen Wert haben Zitate in der Politik / Nachrichten?

Es sind gerade wenige Minuten, seit der neue Präsident eine Pressekonferenz abhält, und schon gibt es in deutscher Sprache Nachrichten zu dem was er angeblich gesagt haben soll. Wenn man die Originalaussagen kennt und diese mit dem Wortlaut der deutschen Presse vergleicht, würde man meinen, die wären auf einer völlig anderen Pressekonferenz gewesen bei einem völlig anderen Menschen. Von der Originalaussagen bleiben 1-2 Wörter was dann gern noch als Zitat dargestellt wird um die eigene Aussage zu bekräftigen. Der Sinn der in deutsch publizierten Aussage hat aber mit dem Original-Wortlaut rein gar nichts zu tun!!!
Einzellfall? Leider nicht! Schaut man sich ähnliche Artikel über Aussagen führender Politiker anderer Länder (sofern man sich dessen Sprache mächtig ist, oder zumindest eine Liveübersetzung bekommt), sieht man, daß dies zur weit verbreiteten Praxis gehört. Worte werden aus dem Kontext herausgerissen! Wortgruppen werden als Zitate herangeführt, wobei diese plötzlich eine völlig verdrehte Aussage darstellen und nichts mehr mit dem Originalwortlaut zu tun haben.

An einer Stelle habe ich einen „gemäßigten“ Medienkritiker gesehen, der von „Lücken“-Presse gesprochen hat. Je mehr man allerdings von dieser Presse mitbekommt, je mehr Fälle man für sich entdeckt, wo Presseaussagen nichts mehr mit dem Original gemeinsam haben, desto klarer wird es für mich: Kraftausdrücke sind da das harmloseste, was einem in den Sinn kommt!

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